Minimalinvasive Therapieformen: Therapie im Wandel der Zeit: Gestern und Heute

Wenn wir auf die 60er und 70er Jahre zurückblicken, so war der Alltag der zahn- ärztlichen Kollegen mit „drill and fill“ überlastet: Notfalltherapien und akute Schmerztherapien waren die vorherrschenden Behandlungen in einer zahnärztlich unterversorgten Bevölkerung, welche aufgrund mangelnder Aufklärung und Verständnis eine bescheidene Mundhygiene betrieben hat. In der Folge wurden verschiedene Initiativen von Seiten der Zahnärzteschaft zur Aufklärung und Prophylaxe lanciert.

In den 80er Jahren begannen diese Projekte zu greifen und zeigten erste Auswirkungen: ein signifikanter Kariesrückgang bei Jugendlichen war zu ver- zeichnen. Die Parodontaltherapie stand im zentralen Mittelpunkt des zahnärzt- lichen Geschehens. Die greifenden Massnahmen führten zu signifikant besseren oralen Gesundheitsverhältnissen und gaben der steigenden Zahl von Zahnmedi- zinern die benötigte Zeit, um bestehende Rekonstruktionen früherer Therapie- konzepte durch hochwertigere und langlebigere Therapieformen zu stabilisieren. Die 90er Jahre standen ebenfalls im Zeichen der hochwertigen Kronen- und Brückenversorgung, doch wurde dem Fundament nun vermehrt Beachtung geschenkt: die Endodontie, augmentative Parodontologie und Implantologie waren im Fokus der Forschung und wurden mit neuen Therapiekonzepten und Instrumentarien fundamental neu gestaltet. Mit diesen Verbesserungen in den Therapiemöglichkeiten, dem Wegkommen von der Schmerztherapie hin zu Prävention und frühzeitiger Versorgung stiegen auch die Ansprüche der Patienten. Die Behandlungen verlagerten sich von der „Need-Dentistry“ hin zur „Want-Den- tistry“: Die Prävention, Früherkennung und minimalinvasive Therapie sowie die Ästhetische Zahnmedizin sind wohl die Schwerpunkte im Therapiekonzept unserer Tage.

Das Therapiefeld ist entsprechen anspruchsvoller und interessanter geworden. Musste früher die Schmerzursache aus einer ganzen Fülle von bei ein und dem- selben Patienten vorliegenden Pathologien herausgefiltert werden (z.B. multiple profunde kariöse Läsionen mit endodontischen Involvierungen bei persistieren- den Parodontopathien), so ist heute die Früherkennung das Bestreben unserer diagnostischen Bemühungen. Entsprechend haben sich unsere Anforderungen an unsere diagnostischen Hilfsmittel und Konzepte verändert. Standen in der Radiologie früher das Beurteilen der Erhaltungsfähigkeit der zu therapierenden Zähne im Fokus der Aufnahmediagnostik, so muss die Qualität der bildgebenden Verfahren heute auf die Primärläsionen (D1-Kariesläsionen) ausgerichtet werden. Läsionen sollten diagnostiziert werden, bevor sie visuell erkennbar werden: Diagnosekonzepte auf Lasermessungsbasis (DIAGNOdent, KaVo), Fluoreszenzilumineszenz im Diagnosemikroskop (Experimentalstadium in vivo) und digitale Radiographie mit spezifischen Softwareanalyseprogrammen (Dürr, Gendex, Trophy) stehen uns als Beispiele bezüglich Kariesdiagnostik zur Verfügung.

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